Mordgeschichten


Eine Freundin hat mich überredet mir ein Aquarium zu kaufen. Das soll wohl beruhigend sein.

Ich würde mir ja eigentlich gern Störe, am liebsten Belugas zulegen. Das sind die idealen Haustiere. Sie werden bis 120 Jahre alt, also kann man sie vererben. Und alles was man vererben kann hat einen Wert. Ausserdem werden sie Handzahm und lieben es gestreichelt zu werden. Und wenn Not ist schmecken sie gut. Belugakaviar würde ich natürlich auch gern mal probieren. Und sie sind nicht so aggressiv wie jap. Kampffische.

Jedenfalls haben wir uns beraten lassen und sind dann bei Barak Obama und Michell, zwei Prachtguppis und dem Tenno und der Japanischen Kaiserin hängen geblieben.

Ich habe die Pflanzen wie ein Labyrinth angelegt. Das habe ich im Call of Duty genügend trainiert. Ich habe die Durchgänge so eng gemacht, das auch die Kaiserin keine Chance haben sollte die Obamas zu erwischen.

Aber da habe ich mich geirrt. Nach ca. zwei Wochen konnte ich gerade noch sehen wie die Kaiserin Michell umgelegt hat. Meine Nachricht an meine Freundin „Die Japanische Kaiserin hat Michell Obama ermordet.“ Solche Nachrichten können nur aus einem Aqarium kommen, oder nicht? Wir haben dann Barak ins Becken meiner Freundin evakuiert. Da waren Wladimir Putin und Medwedjew, zwei fette Goldfische. Die können dann aber Barak nicht umgebracht haben. Die sind einfach zu langsam gewesen.

Ich hatte dann die Hoffnung das das Gemezel in meinem Aquarium ein Ende gefunden hat. Sie hat immer versucht Skylla und Carybdis zu beissen, aber grossen Schnecken scheint das egal zu sein. Die hatten dabei sogar leidenschaftlichen Sex, da ist sie erst richtig blöde geworden. Sie hat dann angefangen die schönen blauen Flossen des Tennos abzusäbeln. Ich habe ihn dann zur Sicherheit in ein anderes Becken verfrachtet in der Hoffnung das sie sich wieder beruhigt wenn die Schnecken fertig sind. Aber nein, es war zu spät. Ich hatte dann ganz viele süsse kleine Schnecken im Becken. Die hat sie alle kalt gemacht bevor ich sie retten konnte.

Ich kann wirklich nicht verstehen was an Aqarien beruhigend sein soll, es ist wie im wahren Leben, einer ist der Teufel des anderen. Oder wie im Call of Duty.

Ich habe es dann noch mal mit einem wunderschönen roten Männchen probiert. Aber den hat sie noch schneller gekillt als den Tenno.

Im Moment sehe ich das Aqarium als eine Art Guantanamo. Viel füttern brauche ich nicht, dafür sorgen die jungen Schnecken, da hat sich ein ökologisches Gleichgewicht eingestellt.

Was mich wirklich interessieren würde ist, ob sie nicht wenigstens wegen der zwei Männchen so was wie ein schlechtes Gewissen hat. Aber das hab ich noch nicht rausbekommen. Schwer ihre Augen zu lesen.

Wenn man bei ihr den Finger über das Wasser hält dann springt sie aus dem Wasser und versucht den Finger zu beissen. Manchmal hängt sie sogar dran.

Im Moment lese ich ihr Virginia Wulf vor.

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3 Antworten to “Mordgeschichten”

  1. sunny11178 Says:

    JETZT versteh ich, warum Frauen so schrecklich sind…

  2. muisvanhuis Says:

    Ja, genau. Wir sind nunmal alle Bestien. Ich persönlich bevorzuge Genickbrüche oder Gift. Je nach Lust und Tageslaune. 🙂

  3. sayadin Says:

    Na ja, ich bin inzwischen umgezogen und das hat dann niemand im Becken überlebt.
    Das Becken steht inzwischen leer auf meinem Hof und ich frage mich, ob ich es noch einmal riskieren sollte, Verantwortung für unschuldige Tiere zu übernehmen. Inzwischen habe ich zwei Hühner und ne Katze. Die Hühner wegen der Eier.

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