Ich und der liebe Gott


Vor ein paar Tagen habe ich im 3Sat ein Gespräch mit einer jungen hübschen Christin gesehen. Die hat mit grosser Überzeugungskraft von ihrem Glauben gesprochen und sie würde so viel in der Bibel lesen weil sie so alles über Gott erfahren würde.

Gott scheint ja irgendwie ein prominentes Wesen zu sein, so wie Britney Spears oder Angela Merkel. Bei den meissten Nachrichten von Prominenten denke ich immer „eigentlich interessiert es mich nicht“. Die Nachrichten springen einen an beim durchsappen. Na was solls.

Also, wenn man das Bedürfnis hat etwas über Gott zu erfahren, dann muss man also die Bibel lesen. Nicht den Koran oder die  Bhagavad-gita. In der Bibel ist nämlich die Wahrheit. Das meine ich ernst. Und wer das nicht glaubt soll in der Hölle schmoren, verdammter Sünder.

Also was steht denn da so im grossen und ganzen.

Na ja, da steht wer von wem abstammt und wer mit wem Sex hatte oder wer wen umgebracht hat und aus welchen Gründen man Kriege geführt hat. Das nimmt einen grossen Teil der Texte ein, zumindest im Alten Testament.

Aber man könnte sich fragen was das nun mit Gott zu tun hat. Eigentlich nichts. Es verrät eher etwas über die Menschen, die da gelebt haben.

Dann steht da, das Gott eifersüchtig und rachsüchtig ist und alle, die ihn nicht mögen bis ins dritte oder vierte Glied verfolgt. Und es gibt keine Götter ausser ihm, verdammt noch mal.

Also so wie ich das sehe hat dieser Gott einen ähnlichen Charakter wie meine Ex-Frau. Ehrlich, da will ich ihm lieber nicht zu nahe kommen. Ich habe sicher einen schlechten Charakter, aber gegen Gott bin ich ja beinahe nett.

Nun ist das bei den Christen so, das sie auch noch das Neue Testament haben. Da steht was über Jesus und die Apostelgeschichte und die Briefe und die Offenbahrung.

Was Jesus gesagt hat finde ich ganz in Ordnung, er redet so ähnlich wie Buddha und es gibt da im Buddhismus auch so eine geheimnissvolle Geschichte über einen Gelerten aus dem Westen. Aber viel sagt das auch nicht über Gott aus, eher wie der Mensch sich gegenüber dem Menschen verhalten soll. Die Apostelgeschichte ist relativ stressig, ständig reisen sie rum und besuchen einander oder streiten sich. Das mit dem Gestreite über die Wahrheit war schon immer wichtiger als das Liebe deinen nächsten wie dich selbst.

Die Briefe sind nicht besser. Lauter Regeln.

Und die Offenbahrung? Ist irgendwie wirr.

Also im grossen und ganzen hab ich nicht viel über Gott in der Bibel erfahren. Ich kann mir kein richtiges Bild über ihn machen. Wie die Christen das schaffen sich ein Bild über ihn zu machen, ist mir schleierhaft.

Schönen Tag noch.

Holger Rösler

Advertisements

6 Antworten to “Ich und der liebe Gott”

  1. CrippLeD SaM Says:

    Du klingst wie Arjun in der Bhaghavad-Gita („Gesang des Göttlichen“).

    Der sragt zu Sri Krsna: „Herr, ich möchte dich vollständig sehen!“

    Da ist Brahma im Herzen und gleichzeitig Shiva und Vishnu und Hanuman und alle anderen Göttinnen und Götter. Alle Seelen werden von ihm geboren und sterben zu ihm. Alles gleichzeitig.

    Und Arjun scheißt sich an und sagt: „Herr, bitte verwandle dich zurück, denn ich habe Angst.“

    🙂

    MFGCS

  2. Kardinal Novize igor Says:

    Ja, also ich habe nichts gegen Gebote.
    Ich kauf mir z.b. einen Staubsauger, und kenn mich nicht aus. Da nehme ich die Staubsaugergebrauchsanleitung und denke mir: Das sind ja auch alles Gebote!

    „Stecken sie das Rohr in das Loch“, usw…..
    Und überhaupt: Alles Gebote!
    5 und 5 ist 10, da steckt ja das Gebot schon drin!
    Oder: Ich esse jetzt Lasagne! Das heißt ja nichts anderes als: Die Weltgeschichte gebietet mir, Lasagne zu essen.

    Und wenn der Staubsauger nach zehn Jahren kaputt wird, und ich zwanzig Jahre nicht mehr an ihn denke, weil ich schon längst zwei andere inzwischen gehabt habe…..dann finde ich die alte 70er Jahre Staubsaugergebrauchsanweisung wieder, vergilbt und so, mit orangen Demonstratinszeichnungen. Da ist die Staubsaugergebrauchsanweisung viel mehr als der Staubsauger.

    Und da werde ich nostalgisch. Weil: Erinnerungen, Kindheit usw.

    Und so ist das auch mit den Geboten: Sie sind viel mehr als unsere Scheiß-Welt (Staubsauger).

    Und jetzt werd ich schon wieder nostalgisch.

    Wie heissts so schon in der Bibel (Jesus)? ….Und ihr werdet euch erinnern…..
    LG

  3. sayadin Says:

    Na ja, im Kabbalismus ist das Rad des Schicksals die mächtigste Karte, also Gott. So ähnlich wie in der Vision Hesekiels. Das Rad hat da eine ähnliche Bedeutung wie im Buddhismus oder Hinduismus. Und wir sind die kleinen armen Teufel die ans Rad gefesselt sind und die von ihren Wünschen und Begierden und den Umständen gezwungen sind jede Drehung mit zu machen.

    Und wir haben eine Wahl, Staub, oder Staubsauger.
    Wir sollten uns wirklich mal im Call of Duty 4 treffen und ein bissel chatten.
    1. Gebot im Call of Duty
    Lass dich nicht erschiessen
    2. Gebot
    Kill so viele Gegner wie möglich, dann bekommst du einen Luftschlag und einen Hubschrauber.

  4. Kardinal Novize Igor Says:

    Gebrauchsanweisungen und die Werbungen aus den 70ern und 80ern waren immer schon besser als das Ding dahinter….

    (damals waren die Werbungen noch nicht so psychologisch steril wie heute, wäh!)

    Oder wie hat der Thomas Bernhard gesagt „Zeitungen so lange aufheben, zwei, drei Monate, bis sie poetischen Wert haben!

  5. Theo Says:

    Dein Beitrag gefällt mir gut 🙂

    Kennst du Zeitgeist den Fim?
    http://video.google.com/videoplay?docid=1338572241371195960&ei=VV-RS7-QDNbC-Qby4NXuAg&q=zeitgeist&client=safari#

    Im ersten teil geht es um Religion als Instrument.

    Ich glaub wir haben alle die Macht die dem „GOTT“ zugeschrieben wird und wir benützen sie auch immer nur nicht immer bewusst und auch leider für sachen die nicht so schön sind aber auch zum leben dazu gehören.

    Schönen Abend noch

    Theo

  6. sayadin Says:

    Meine Internetverbindung ist im Moment so lahm, das ich das in den nächsten Tagen nicht hinbekomme, aber das soll sich ändern.

    Und der Mensch erschuf sich Gott und er erschuf ihn sich nach seinem Bilde.
    Deswegen heisst es ja, Du sollst Dir kein Bild machen.
    Aber religiöse Menschen machen das ständig und merken es nicht mal. Und dann schlagen sie mit ihrem Gottesbild auf die Andersdenkenden ein.

    Ich hab den Verdacht, das das nach dem Tod peinlich sein könnte.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: