Archive for März 2011

Vorschlag zur Gründung der Nichtwählerpartei

März 19, 2011

Ich hab mich gestern mit meiner Freundin unterhalten und da am Sonntag hier Wahlen sind fragte ich sie, was man denn da wählen sollte. Wir fanden keine Partei, über die wir nicht meckern konnten. Als typische Nichtwähler fühlen wir uns von keiner Partei vertreten.

An sich ist eine Nichtwählerpartei ein Paradoxon. Und jeder, der die Nichtwählerpartei wählen würde, würde sich an dem Paradox beteiligen. Das ist an sich schon faszinierend.

Ich hab mir vorgestellt, das man die Nichtwählerpartei als eine Internetplattform macht. Diese Internetplattform hat alle Ministerien, die es in der Realität gibt gespiegelt.

Wenn nun ein Mitglied der Nichtwählerpartei einen Vorschlag hat, zB. im Gesundheitsministerium

Ich schlage vor die Kassenärztlichen Vereinigungen abzuschaffen…

Dann kann zu diesem Link jeder seine Meinung einen Monat lang kund tun. Nach einem Monat erscheint ein Wahlbutten, stimme zu oder nicht. Wenn der Vorschlag  mit 60 oder 70 % angenommen wird, dann ist er Programm der Partei.

Die Führungskräfte werden genau so gewählt. Jeder der einen Vorschlag oder einen Kommentar geschrieben hat kann als zukünftiger Minister aufgestellt werden und nach einem oder zwei Jahren kommt der Wahlbutton. Sollte er sein Amt ablehnen, weil er zu jung oder zu alt oder tot ist, wird der als Minister angenommen, der noch lebt und es machen möchte und die meissten Stimmen hat.

Kinder dürfen sich auch daran beteiligen. Wenn die Kinder zu jung sind oder keinen Bock haben dürfen die Eltern ihre Stimmen benutzen.

Natürlich ist es Möglich, das sich durch so ein Programm auch Vorschläge etablieren können, die populistisch sind. ZB. Kinderschänder werden kastriert. Aber ich vertraue auf die Intelligenz des Schwarms.

Holger Rösler

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Heute Nacht

März 9, 2011

war ich in einem Wald. Da waren Förderanlagen für Sand. Ich hab mit einem Mann geredet aber weis nicht mehr über was. Dann sind die Förderanlagen los gegangen und von den Förderanlagen viel ganz feiner Sand, eher Staub auf mich. Ich kletterte über Kisten in denen irgendwelche Materialien liegen.

Dann war ich im selben Wald. Aber da waren keine Förderanlagen sondern ganz viele Tische an denen alte Leute Kaffeekränzchen machten. Auf einer Seite waren die Bäume wie eine Mauer und da gab es einen Spalt. Da waren Kinder die mit einem Hammer auf einen Hackklotz auf dem ein Hammer lag schlugen. Es ging wohl darum wer das lauteste Geräusch macht.

Ich ging hin und schlug mit dem einen Hammer auf dem anderen in dem ich versuchte immer eine kreisrunde Drehung mit den Armen hin zu bekommen mit möglichst viel Schwung. So machte ich 3 Schläge. Ich wollte eigentlich viel mehr machen aber irgendwie ging es nicht mehr.

Da applaudierten mir plötzlich die vielen alten Leute. Ich schaute verwirrt in die Menge weil ich eigentlich von der Leistung nicht begeistert war und weil mir das peinlich war.

Herr Dr. Guttenberg

März 1, 2011

Nu is er zurück getreten. Das hat gedauert.

Ich konnte nie verstehen warum dieser Dr. so beliebt ist. Bei ihm habe ich immer nur drei Gefühle gehabt. Neid, Antipathie und Misstrauen. Spätestens als die Frau von Guttenberg, Frau von Bismark bei dem Sender der die meissten Sex-Filmchen zeigt Kinderschänderhexenjagt gemacht hat, da sind bei mir die ersten Hassgefühle gewachsen.

Es ist einer, der auf dem Schloss aufgewachsen. Es gab sicher auch in seiner Schulklasse den einen oder anderen, der ihn für einen Blender gehalten hat, aber im grossen und ganzen dürfte er von Anfang an eine Fangemeinde gehabt haben (im Unterschied zu Frau Merkel).  Er dürfte immer noch der Meinung sein, das er ein Mensch ist, der das ausspricht was andere denken. Aber so war es nie. Er hat ausgesprochen, was die Leute hören wollten und wollen. Bodenständigkeit, Ehrlichkeit, Standhaftigkeit.  Das sind Eigenschaften die die Menschen gut finden. Vor allem bei Leuten, von denen sie meinen, das sie über einem stehen. Kriecht, dummes Volk, kriecht. Wer kriecht kann nicht stolpern.

Aber war er je Bodenständig? Er ist nie in den Schuhen der anderen gelaufen. Er stand immer über allen. Er meinte sogar über seinem Dr. Vater zu stehen, sonst hätte er ihm das nicht angetan. Wo soll da die Bodenständigkeit sein? Sie war nur in seinem Munde. Ehrlichkeit? Er ist so ehrlich wie wir alle. Wir Menschen lügen halt, bis man uns drauf kommt. Und wenn wir meinen, das man uns nicht drauf kommt, dann sind das abstruse Vorwürfe. Aber in der Situation ist das schon ein Zeichen von Realitätsverlust. Das meint ja letztendlich, das der, der die Wahrheit ans Licht bringt ein Verrückter ist. Eine Lüge, die oft genug wiederholt wird, wird irgendwann geglaubt. Und Standhaftigkeit? Na ja, er war wohl Gebirgsjäger und da wird man auch als von und zu nicht in Watte gepackt. Wenn man seinen körperlichen Schmerz überwindet, dann ist das standhaft.

Aber ist es standhaft, wenn man an einer Lüge festhält?

Und plötzlich wird aus dem ganzen Leben eine Lüge und diese Lüge ist offenbar.

Was mich gewundert hat, als der erste Professor ihm seine Lüge vorgeworfen hat, da hat Herr Dr. Guttenberg die Wahrheit gekannt. Wenn all seine Worte etwas wert wären, dann hätte er eine Nacht darüber geschlafen und sich überlegt, wie er sich aus der unhaltbaren Position zurück zieht.

Aber er hat Stalingrad gespielt. Er hat sich in seiner Position verbissen und vertraut, das die Rumänen mit 5 Schuss pro man die russische Armee aufhalten kann. Und dann musste er erleben, das er immer mehr eingekesselt wurde. So was passiert bei Realitätsverlust.

Und er leidet? Ja, sicher. So wie ein Mörder leidet wenn der Richter „lebenslänglich“ sagt.

Nur das der Mörder sein Leben im Knast verbringt. Er wird auf seine Burg zurück gehen und er hat um sich immer noch genügend Doofe, die ihm auf die Schultern klopfen und ihn bedauern. Und er wird weiter sein Luxusleben führen. Und er wird aus all dem nichts lernen, im Gegensatz zum Mörder. Er wird dadurch nur geschickter werden und damit gefährlicher. Und er wird in keiner Weise der Realität näher kommen. Und dann erleben wir Herrn zu Guttenberg die zweite. Einfach grauenhaft.

Ja, ich bin neidisch auf den Kerl. Er ist mit dem goldenen Löffel auf die Welt gekommen und er ist mit Applaus begrüsst worden. Er hat all das was ich gern hätte, selbst seine Lügen sind besser als meine.

Aber das ist bei anderen auch so. Es gibt andere Vons, die auch so aufgewachsen sind wie Herr zu Dr. Guttenberg. Aber die waren mir sympathisch. Und warum? Weil sie wirklich bodenständig und ehrlich sind. Das waren bescheidene, kluge Leute in denen ich mehr sein als schein entdeckt habe.

Ich wünsche Herrn Dr. zu Guttenberg mein Schicksal.

Holger Rösler

PS: Das mit dem Rückzug aus der unhaltbaren Position habe ich von Clausewitz.